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Leben im Freilichtmuseum Finsterau

Jugendsteig

Spurensuche

Granitweg und Jugendsteig„Themenwanderweg Jugendsteig“ heißt es ganz nüchtern auf einigen Wegweisern vor dem Eingangsgebäude des Freilichtmuseums Finsterau. Was verbirgt sich dahinter? Am Ende was Schulisches, wenn es schon so lehrplanmäßig klingt?

Keine Angst, hier wird weder gepaukt noch abgefragt, weder doziert noch geschulmeistert. Gelernt wird allerdings schon ein bisschen was - normalerweise. Davon sind jedenfalls die Macher aus dem Museum überzeugt. Doch das Lernen muss ja nicht immer in einem Klassenzimmer stattfinden oder gleich auf den ersten Blick als solches erkennbar sein, meinen sie.

Wie wandern nun die Jungen? Und was kriegt man mit, wenn man diesen Jugendsteig abgeht?

Ganz ohne verschrobene Philosophie gibt das Finsterauer Museum auf diese Frage eine praktische Antwort: Zwischen ihm und dem Ortsteil Wistlberg wurde im Zickzack ein Weg durch den dichten Wald angelegt, den man "Jugendsteig" nannte. Warum? Ganz einfach! Weil er sich quasi jugendlich präsentiert. Was heißt denn das jetzt? Also: Er ist abwechslungsreich, mal gerade, mal krumm, unterhaltsam, ein bisschen bildend, ab und zu geheimnisvoll, manchmal auch derb und frech – unkonventionell halt. Steile Anstiege wechseln mit sanft geschwungenen Serpentinen, ein Stück breitere Forststraße zwischendrin ermöglicht auch eine kurze Verschnaufpause, vernässte Stellen sind trocken nur geschickt auf Trittsteinen zu überqueren, weicher Waldboden folgt auf steinharten Fels. Der Ton der Informationstexte entlang dem Weg ist angemessen frisch. Die Kunstwerke, von jungen und alten Künstlern für den Jugendsteig eigens neu geschaffen, begleiten Weg und Thema zwanglos. Capito?

Weil der Jugendsteig als Themenwanderweg deklariert ist, hat er logischerweise ein bestimmtes Motto als Grundlage. Das ist hier der Granit. Diese sehr alte Gesteinsart prägt in den hohen Lagen der Gemeinde Finsterau bis heute die Landschaft: durch das Profil der Berge rund um den Lusen, durch die kargen Blöckefelder und die verstreuten Härtlinge in den Wäldern oder durch die aufgelassenen Steinbrüche.

Und noch was bekommt der Wanderer mit: Beim Bau dieses Pfades kamen an manchen Stellen Ritzbilder zum Vorschein, z. B. ein Rind, ein Pferdekopf oder ein Rehbock. Sicher sind diese Darstellungen nicht Jahrtausende alt. Aber auch wenn der unbekannte Künstler nur ein Holzhauer aus dem 19. Jahrhundert war - es ist der Errichtung unseres Jugendsteiges zu verdanken, dass die längst vergessenen, vom Moos überdeckten „Waldgraffiti“ wieder zum Vorschein kamen. Unmittelbar neben dem Weg ist zwar nur eines dieser Ritzbilder zu finden und auch von den Sprüchen, die irgendjemand da und dort in die Steine gekratzt hat, sind die meisten in den angrenzenden Waldstücken verstreut. Umso mehr Spaß haben die jungen Wanderer beim Suchen und Finden, wenn sie vom vorgegebenen Weg abweichen. Und so lernt man dann ganz nebenbei doch allerhand – ohne Klassenzimmer und ohne es gleich zu merken.

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