Holzdrahthobeln
Ein fast vergessenes Handwerk wird lebendig.

Im Freilichtmuseum Finsterau wird ein beinahe vergessenes Handwerk wieder lebendig: die Herstellung von Holzdraht. Über viele Jahrzehnte war diese besondere Form der Holzverarbeitung im Bayerischen Wald eine wichtige Einnahmequelle für Bauern und Häusler. Aus Fichten- oder Tannenholz entstanden dabei bis zu sechs Meter lange, äußerst dünne Holzstäbchen, die vor allem in der Zündholzherstellung Verwendung fanden.
Die Arbeit des Holzdrahthobelns erforderte große körperliche Kraft, handwerkliches Können und viel Erfahrung. Mit einfachen, aber wirkungsvollen Werkzeugen wurden die Holzstäbe in sorgfältiger Handarbeit gefertigt. Die Technik verbreitete sich ab dem 19. Jahrhundert von Wien aus und prägte in vielen Regionen des Bayerischen Waldes das Arbeitsleben ganzer Familien.
Jeden zweiten Samstag im Monat kommen Holzdrahthobler ins Freilichtmuseum und führen diese traditionelle Handwerkstechnik vor. Besucherinnen und Besucher erhalten dabei einen anschaulichen Einblick in die Arbeitsweise und die Lebenswelt der Menschen, die dieses Handwerk einst ausübten. Die Vorführungen machen regionale Handwerksgeschichte unmittelbar erlebbar und tragen dazu bei, altes Wissen zu bewahren.



























