Holzhandwerker
Aha! So geht das! Interessant!

Wer schon einmal einen gut gemachten Holzrechen in der Hand gehabt hat, der wirft jedes Draht- und Plastikstück vom Baumarkt in die Ecke. Ein „richtiger“ Holzrechen ist leicht und doch stabil, etwas elastisch und liegt gut in der Hand, so dass man Stunden damit arbeiten kann. Die Zähne etwa sind in einem bestimmten spitzen Winkel ins Joch geschlagen, damit sich der Rechen nicht dauernd im Gras verhakt. Der unlackierte Stiel ist handfreundlich glatt, aber griffig und wird es immer mehr, je öfter man ihn durch die Hände gleiten lässt.
Viele Dinge des Alltags wurden auf dem Land traditionell aus Holz hergestellt: Sensenstiele, Brennholzkisten, Dach- und Verschlagschindel, Holzschuhe, Heugabeln, Schwingen und Körbe, Siebzargen, Kraxen, alle Arten von Gerätestielen und natürlich auch Rechen.

Nebenbei verstand sich der eine oder andere „Hoizbitzler“ aufs Schnitzen von kleinen Singvögeln. Nach Feierabend oder in Pausen bastelte man gern an solchen Kleinigkeiten.
Holzverarbeitung hat im Bayerischen Wald Tradition. Viele Häusler und Kleinbauern dieser Region waren sehr geschickt in der Herstellung alltäglicher Gegenstände für Haus, Garten und Landwirtschaft.
Für die meisten Arbeiten braucht der Holzhandwerker die Heinzlbank und das Reifmesser. Das sind sozusagen seine Universalgeräte.
Im Museum hat keiner unserer Handwerker etwas dagegen, wenn man ihm mal über die Schulter schaut und ein bisserl nachfragt, was da gerade gemacht wird. Jeden Freitagnachmittag (Mai bis September, 13 bis 16 Uhr) zeigt ein Holzhandwerker seine Kunst am Kapplhof. Erleben Sie dann z. B., wie so ein Holzrechen aus natürlich gewachsenem Material entsteht.



























