Leben im Freilichtmuseum Massing

Stricke drehen

Waren Sie schon auf der Reeperbahn?

Nein, nicht in Hamburg, im Freilichtmuseum Massing? Denn hier steht eine der seltenen noch erhaltenen Seilerhütten, die auch der berühmten Hamburger Meile ihren Namen gegeben haben. Dort wurden – an der See wie in Bayern – Seile, Stricke und Taue (bzw. plattdeutsch »Reepe«) gedreht.

Von den zahlreichen Erscheinungsformen des jahrtausendealten Universalwerkzeugs, seinen vielfältigen Einsatzbereichen und vom enormen Platzbedarf bei der Herstellung erzählt die ständig zugängliche Dauerausstellung in der Seilerei. Dort ist zwischen Wagen und Kammrad ein Seil gespannt, das genau in den Moment aufgehalten ist, wo sich die Garnstränge zum Seil drehen. Die Geschichte der Pfarrkirchner Seilerei, die ins Museum gerettet wurde, ist in Text und Bild dargestellt.

Stricke drehen

Noch spannender aber ist es, beim Seildrehen selbst dabei zu sein: An jedem ersten Dienstagnachmittag des Monats (von Mai bis September) lädt Seilermeister Anton Weiß dazu ein, ihm bei seiner Arbeit über die Schulter zu schauen. Für 3 Euro darf man sogar selbst ran an die Fasern und das Handwerk von früher ausprobieren – zum Lohn kann man sich seinen eigenen Strick mit nach Hause nehmen.