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Sammlungen Freilichtmuseum Massing

Feurig und dekorativ

Kein prähistorischer Campingkocher, sondern ein ganz normaler Behelfskocher aus der Zeit um 1900, vierflammig und mit Petroleum über breite Dochte befeuert - so zeigt sich dieses gut erhaltene Prachtexemplar aus dem Depotbestand des Freilichtmuseums Massing.

KocherIn schwerer Qualität, mehretagig und darüber hinaus opulent verziert stellte man vor rund hundert Jahren derartige Küchenhelfer industriell her. Sie kamen vermutlich immer dann zum Einsatz, wenn der eigentliche, große Küchenherd aus irgendeinem Grund nicht einsatzbereit und ungeeignet war oder nicht ausreichte.

Wie das Steuerpult einer Maschine präsentiert sich die Apparatur dieses Küchenutensils auf der Vorderseite. Gleich zwei Kochstellen sind durch ein massives Untergestell aus silberbronziertem Gusseisen miteinander gekoppelt. Die Petroleumtanks und Brennertöpfe wurden hellblau emailliert, vorne brachte man je zwei Stellrädchen zur Regulierung der Heizflammen an. Darüber sind zur Kontrolle des Flamme zwei Schaugläser wie Bullaugen positioniert. Den oberen Abschluss bildet eine üppig verzierte gusseiserne Rostplatte mit unterschiedlich großen eingelegten Herdringen.

KocherWie sich auf solch einem Gerät tatsächlich kochen lässt, müsste man glatt einmal ausprobieren. Längst haben ja Strom und Gas jene altertümlichen Gerätschaften aus unseren privaten fast-food-Studios verdrängt. Vielleicht ist ja die Nahrungsmittelzubereitung annähernd spannend, wie mit einem Campinggaskocher unserer Tage. Nur die Optik ist halt eine gänzlich andere...

 

Petroleumkocher, Inv.-Nr. M 1171

Text: Ernst Höntze; Foto: Hans Eichinger


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