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Sammlungen Freilichtmuseum Massing

Alles im Butter

Eine Innovation der besonderen Art stellte wohl dieses „Schnellbutterfaß für Kraftantrieb“ dar.

ButterfassSeine Modellbezeichnung lautete „Suprema“ – „die Höchste“, was vermutlich die großen Vorzüge dieser offenbar revolutionären Erfindung noch mehr unterstreichen sollte.

Als „Erfinder und alleiniger Hersteller“ bezeichnete sich die kleine Firma Graf aus Oberaudorf am Inn nahe Kufstein. Sie war aus einer kleinen Wagnerei hervorgegangen und entwickelte wahrscheinlich in den 1950er Jahren und im Alleingang dieses Gerät. Seinerzeit mussten sich die Produzenten wohl eine nahezu globale Verbreitung ihres neuen Produkts erhofft haben - oder es war tatsächlich so. Heute, ohne tiefer recherchiert zu haben, kann darüber freilich nur spekuliert werden. Jedenfalls lässt der umfangreiche Text des Typenschilds auf beides schließen – und in jedem Fall kann man sich beim Lesen eines Schmunzelns nicht ganz erwehren. Dort heißt es nämlich: „Patentamtlich geschützt in allen Staaten Mitteleuropas und nahezu allen Kulturstaaten der Erde.

ButterfassAlle Nachahmungen werden von den in allen Verkaufsgebieten aufgestellten Überwachungsorganen gerichtlich verfolgt.“ War dies tatsächlich so oder nur ein Einschüchterungsversuch gegenüber möglichen Imitatoren?

Wollte man sich so die Konkurrenz vom Leibe halten? Die Kosten einer weltweit wirksamen Patentierung und eines globalen Vertrieb sowie dessen Überwachung dürften nicht gerade gering gewesen sein. Vermutlich hätten sie sehr schnell das Budget der kleinen Firma aufgefressen.

Doch weiß man es? Leider können auch wir nicht mehr beurteilen, wie gut oder fortschrittlich diese Erfindung war – unser Exemplar des Butterfasses ist bereits ziemlich desolat und sein Korpus geriet schon ziemlich aus den Fugen, sprich Dauben. Die Apparatur, die um das Fass herum installiert ist – beidseitiger Kettenantrieb, großes Aluminiumtreibrad, doppelt abgedichteter Gehäusedeckel und integriertes Rührwerk - waren im Vergleich zu herkömmlichen Butterfässern vermutlich überdurchschnittlich sinnvoll angeordnet und miteinander kombiniert. Jedenfalls sah der Hersteller sein Produkt als einen großen Wurf an, siehe Typenschild.
Geblieben ist uns vom einstigen unternehmerischen Erfolg des Betriebes (vorerst) dieses eine Fass. Die Herstellerfirma existiert schon lange nicht mehr und vergleichbare Objekte haben sich nach derzeitiger Kenntnis nicht erhalten.

Rührbutterfaß, Inv.-Nr. M 2004/098

Text: Ernst Höntze; Fotos: Hans Eichinger

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