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Dauerausstellungen im Freilichtmuseum Finsterau

Bäuerliches Fuhrwerk und Gerät

aus der Sammlung des Freilichtmuseums Finsterau



  • Zum Beispiel Pflüge

    • Damit Getreidekörner auf dem Feld gut keimen, wird der fruchtbare Oberboden vor der Aussaat aufgerissen. Ein Grabstock ist das einfachste Gerät für diesen Zweck, ein Ackerhaken, gezogen von Mensch oder Tier, beschleunigt die Arbeit.

      PflugDer erst in jüngerer Zeit entwickelte Pflug reißt die Krume nicht nur auf. Seine Schar wirft Erdschollen zur Seite, sodass der bestehende Bewuchs gestört, Dünger gut aufgenommen und das fruchtbare Erdreich durchlüftet wird.

      Den Pflug ziehen Tiere: Pferde oder Ochsen. Der Bauer geht hinter dem Pflug, er führt ihn in der Spur, reguliert Breite und Tiefe der Furche und lenkt die Zugtiere.

      Wesentliche Entwicklungsstufen zwischen 1875 und 1925 zeigen wir an zwei Beispielen aus dem Bestand des Museums. Beide Pflüge wurden von der Bayerischen Pflugfabrik Landsberg am Lech hergestellt.
      Beim älteren Beetpflug besteht nur der eigentliche Pflugkörper aus Metall, für die übrigen Teile wurde Holz als Werkstoff verwendet.

      BedienungsanleitungDer jüngere Kehr- oder Drehpflug ist vollständig aus Stahl gefertigt. Er ist langlebiger und widerstandsfähiger. Die Pfluggarnitur kann nach links und nach rechts gedreht werden. Das erspart Leerwege bei der Arbeit auf dem Feld.

      Ein ähnlicher Kehrpflug des Herstellers Gebrüder Eberhardt in Ulm lässt erkennen, wie sich die bis dahin entwickelten technischen Lösungen im Detail unterscheiden. Zu diesem Gerät hat der Besitzer einen Herstellerprospekt und eine Bedienungsanleitung aufbewahrt.

      PHOTO: Einschariger Kehrpflug (Drehpflug), Gebrüder Eberhardt in Ulm, Modell DONZY Vf, Stahl, 1918 –1933, Inv.-Nr. F 2018/101, Konrad Obermeier

  • Zum Beispiel Fuhrwerke

    • LeiterwagenLeiterwägen waren wichtige und vielseitig einsetzbare Geräte für die bäuerliche Arbeit. Mit ihnen transportierte man Heu oder die Ernte vom Feld, manchmal auch Holz, Geräte oder Einkäufe vom Markt. Dazu wurden meist zweiachsige hölzerne Fuhrwerke entwickelt.
      Zum Transport der schweren Lasten mussten die Wägen selbst möglichst leicht gebaut und zugleich robust konstruiert sein. Deshalb wurden anstelle von massiven Seitenwänden offene leiterförmige Seitenteile angebracht.

      Exemplarisch kann das am großen Leiterwagen erkannt werden, der trotz einer stattlichen Länge von 4,80 m überhaupt nicht wuchtig wirkt.
      Mangels einer Kutsche diente ein kleinerer Leiterwagen oftmals auch für Besorgungs- und Einkaufsfahrten. Anders als der schlichte und zweckmäßige große Leiterwagen ist das „Rosswagl“ aus dem Bestand des Petzihofs mit dezenten Schmuckdetails versehen, so dass man sich auch außerhalb von Feld und Hof damit blicken lassen konnte.
      Im Winter griff man in schneereichen und bergigen Gegenden wie dem Bayerischen Wald auf Transportschlitten zurück. Diese waren ähnlich konstruiert wie die Leiterwägen, mit offenen oder geschlossenen Seitenwänden oder je nach Bedarf variabel.

      TraktorHeute erleichtern Traktoren anstelle von Zugtieren die landwirtschaftliche Arbeit. Ein besonderes Exemplar aus dem Bestand des Freilichtmuseums ist der Schlüter Compact 850 V, mit der typischen hellroten Lackierung und der langen hohen „Schnauze“. Das Freilichtmuseum erwarb ihn im Jahr 2000 und ließ in einer sorgfältigen Restaurierung Motor, Hydraulik, Elektrik und das Äußere der Zugmaschine überholen – jedoch nur so viel, wie nötig, und so wenig, wie möglich.



      PHOTO: Traktor Schlüter, Motorenfabrik Anton Schlüter GmbH, aus der Compact-Baureihe (1971-1983), Erstzulassung 27.02.1975, Typ SF 4800 VS, Ausführung BS, Hubraum 4.719 cm³, 85 PS, 2-Achsen-Antrieb, Getriebe von ZF, Inv.-Nr. F 2000/125;
      Kleiner Leiterwagen („Rosswagl“), Holz, Eisen, Schmiedebronze und Glas, handwerklich gefertigt, 1940, Inv.-Nr. F 4386

  • Zum Beispiel Dreschmaschinen

    • Die Weiterverarbeitung der Ernte wurde wie die meisten Arbeitsschritte in der Landwirtschaft durch immer komplexere Maschinen erleichtert. so entwickelte sich das Dreschen des Getreides von einer körperlich sehr anspruchsvollen, wochen- oder gar monatelang dauernden Arbeit hin zu einem Vorgang, der nur mehr wenig menschliche Beihilfe nötig machte.

      StiftendreschmaschineDas Herausschlagen der Körner aus den Ähren wurde zunehmend von Maschinen übernommen. Diese wurden anfänglich noch von Hand betrieben. Die Stiftendreschmaschine der Heinrich Lanz AG mit schwerem Kurbelrad zeigt diese Entwicklungsstufe.

      Auf der einen Seite werden die Garben mit den Ähren voran eingeführt, im Inneren durch gegeneinanderschlagende Metallstifte ausgerieben und auf der anderen Seite in Stroh und Körner getrennt wieder ausgeschüttet.

      Die große Dechentreiter-Dreschmaschine funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip, jedoch mit Schlagleisten anstelle der Stiftentrommel. Und sie wird bereits durch einen Motor angetrieben. in ihrem Inneren durchlaufen die Garben einen komplexen Weg, auf dem das Getreide gedroschen, von Stroh, Spreu, Unkrautsamen und Staub gereinigt und sortiert wird. Eine solche Maschine war eine enorme Arbeitserleichterung und außerdem sicherlich der Stolz eines jeden Bauern.


      PHOTO: Stiftendreschmaschine, Heinrich Lanz AG Mannheim, Stahl und Holz, 1900 –1930, Inv.-Nr. F 0111, Konrad Obermeier




    KONZEPT: Konrad Obermeier | TEXT: Tanja Reindl M.A. | BAU: Konrad Obermeier mit Unterstützung
    der Museumswerkstätten | GRAPHIK: Ttheorie & Praxis – Dr. Winfried Helm, Passau



     


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