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  • Kopftuch und Strohhut statt Klimakabine

    Historische Kornernte in der Sommerhitze

    Kopftuch und Strohhut statt KlimakabineWenn das Getreide ausgereift ist, muss es geerntet werden, bevor ein Sommergewitter die spröd gewordenen Halme niederwirft und das wertvolle Getreide am feuchten Boden verdirbt. Deshalb musste auch das Roggenfeld des Freilichtmuseums unter glühender Sommersonne geschnitten und eingefahren werden. Das Museum hat ein Ereignis daraus gemacht.

    Rupert Spirkner aus Arbing bei Reisbach, Besitzer eines Lanz-Mähbinders Baujahr 1955, kam mit seinem Enkel Rupert zur Ernte nach Massing. Der Senior richtete die Maschine ein, der Junior setzte sich als Maschinist auf den Maschinenbock, um das Schneiden der Halme und das Fördern der Garben zu steuern. Museumsbauer Gerhard Bichlmeier spannte einen alten Fendt-Geräteträger vor.

    Der alte Mähbinder, genauer: ein Mähbindeableger, legt in gemächlicher Fahrt die Getreidebündel seitlich ab. Museumszimmerer Rupert Hofer, als Großknecht, „Baumann“, in Holzschuhen und mit Strohhut stilgerecht gekleidet, arbeitete mit den „Taglöhnerinnen“ Waltraud Rettenbeck, Angelika Metzner und Resi Hertrich hinter der Maschine her. Sie stellten je fünf Bündel zum Nachreifen zu Kornmandln zusammen.

    ErnteSo schweißtreibend und anstrengend diese Arbeit auch war, sie hatten Freude daran. Während Traktorist und Maschinist schweigend auf ihren Maschinen saßen, hatten die vier immer etwas zu reden und zu scherzen. Zwischendurch ließen sie sich auch auf Gespräche mit den Museumsbesuchern ein, es hatte ja keine Eile. Josef Auer, Bürgermeister von Massing, der unter den Gästen war, erzählte aus der eigenen Kindheit Ernteerlebnisse. Ein paar ältere Rottaler hatten sich auf dem Acker eingefunden, schnell entwickelte sich ein Gespräch über das richtige Flechten von „Goaßhalftern“ und ob fünf oder sieben Garben zu einem Mandl zusammengestellt werden sollten.

    Nach einer ausgiebigen Brotzeit wurden die Garben auf einen alten „Gummiwagen“ geladen und auf der Tenne der Marxensölde unter Dach gebracht. Beim kunstgerechten Fassen der Bündel auf dem Wagen musste Museumspädagogin Roswitha Klingshirn, die den Erntetag organisiert hat, dazuhelfen. Die „Taglöhnerinnen“ machten sich einen Spaß daraus, die Bündel in schnellem Takt eins nach dem andern von beiden Seiten auf den Wagen zu reichen. Wie die Garben zu richten waren, damit die Fuhre stabil geriet, erläuterte der alterfahrene Rupert Spirkner.

    Das Ereignis konnte nur wenige Museumsbesucher anziehen, die Sommerhitze wollten viele lieber unter Dach, in einem schattigen Wirtsgarten oder beim Baden verbringen. Deshalb wird vorerst auch das Dreschen aufgeschoben, das für den 15. August geplant war. Im Stadel der Marxensölde ist die Ernte einstweilen gut aufgehoben.

Thema

  • Freilichtmuseum Massing

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