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Knusperfrisches aus dem Museum

Noch bis etwa 1960 hat sich im Bayerischen Wald jede Bauernfamilie mit dem Grundnahrungsmittel Brot selbst versorgt. Vor jedem Hof, meist auch vor jedem Austragshäusl, gab es einen Backofen in feuersicherem Abstand vom Wohnhaus. Standen in der Speis’ nur noch ein oder zwei Laibe im Brotrahmen, war es höchste Zeit, den eigenen Backofen anzuheizen.

Im Freilichtmuseum Finsterau lassen wir diese Tradition im Kapplhof wieder aufleben. Von Mitte Mai bis September und da mittwochs von 8:00 bis 12:00 Uhr kann man hautnah miterleben, wie das mit dem Brotbacken vor sich geht. Unsere routinierte Museumsbäckerin Frau Danzer lässt sich bei der Arbeit zuschauen, beantwortet nebenbei Ihre Fragen dazu und fachsimpelt natürlich auch gerne mit Insidern.

Nach altüberliefertem Rezept wird der Sauerteig einen Tag vor dem Backen hergerichtet. Dann lässt man ihn in gut temperierter Umgebung eine bestimmte Zeit lang aufgehen. Erst am Backtag wird er im Museum fertig zubereitet. Parallel dazu heizt die Bäckerin den Ofen vor dem Hof ein, damit dieser zeitig die richtige Hitze hat. Ist es damit so weit, müssen zuerst Glut und Asche herausgeholt und die Backsohle gesäubert werden. Erst dann kann man die in Körbchen vorgeformten Zwei- oder Vierpfünder-Laibe einschießen.

Gut eineinhalb Stunden später ist der große Moment gekommen: Die Luft in der unmittelbaren Umgebung duftet bereits verführerisch nach ofenfrischem Brot. Wenn schließlich die ersten Laibe knisternd auf dem Tisch liegen, kann das Ergebnis der schweißtreibenden Vormittagsarbeit begutachtet werden. Doch jetzt heißt es: Nicht zu lange schauen und warten, sondern schnell zugreifen! Denn meist ist die begrenzte Zahl an Broten schnell verkauft unter den mittlerweile aufmerksam gewordenen Museumsbesuchern, den hauseigenen Mitarbeitern oder anderer Laufkundschaft. Wer auf Nummer sicher gehen will und sich nicht mit einer flüchtigen Duftnote oder einem fotogenen Backmotiv begnügen mag, bestellt gleich an der Kasse vor oder bei der Bäckerin selbst. Bequem kann sich so jeder, ob Urlauber oder Einheimischer, Selbstverpfleger oder Gast, mit diesem schmackhaften Nahrungsmittel versorgen. Frischer geht’s wirklich nicht und bei der Herstellung seiner Nahrung zuschauen kann man auch nicht überall.

Dann also guten Appetit!

 
 
 
Ort
Kapplhof
Freilichtmuseum Finsterau
 
 
Datum
von Mitte Mai bis September
jeden Mittwoch
 
 
Uhrzeit
ab 9:00 bis 12:00 Uhr
Auskunft
erhalten Sie bei der Museumsverwaltung,
fon (08557) 9606-0
oder per eMail
 
 
   
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